Aus wichtigen ISTDP STATEMENTS lernen

Der Therapeut begegnet

dem Leiden des Patienten mit Respekt und Empathie, fühlt sich aber dafür nicht schuldig und verantwortlich.

-- Paul Troendle

Das Gewissen

ist ein phylogenetisch angelegtes, entwicklungsfähiges, autonomes Organ, das wie die Liebe für das Überleben des Menschen notwenig ist. Es ist tiefer im Menschen verankert als das Über-Ich.

-- Paul Troendle

Der Therapeut ist

ein entschiedener und aktiver Verbündeter (und nicht ein geduldig zuhörender Kommentator) der gesunden Anteile des Patienten und dessen therapeutischer Allianz und ein ebenso entschiedener und furchtloser Gegner der Widerstände und der selbstsabotierenden und selbstbestrafenden Über-Ich-Pathologie des Patienten.


Der Patient ist von Anbeginn in einen aktiven und sinnvollen Prozess involviert,

was seine bewusste und unbewusste therapeutische Allianz stärkt und seinen Willen gegen die Ambivalenz herausfordert.

-- Paul Troendle

Schuld ist die gesunde seelische Reaktion auf

das bewusste oder unbewusste Zufügen von Zerstörung (reaktive Wut) und das Verweigern der Liebe genetisch wichtigen Personen gegenüber. In diesem Sinne ist die Schuldfähigkeit und die Schulderfahrung ein Existential und weder ein Teil der Über-Ich-Pathologie noch eine Abwehr.

-- Paul Troendle

Das neurotische System (Neurose)

besteht aus zwei Pfeilern. Die Angst und das Selbstbestrafungssystem. Dies führt zu Abwehren.

-- Rudolf Bleuler

Der Therapeut

gibt keinen Anlass für omnipotente Erwartungen des Patienten und stellt sie in Frage. Er nimmt den Patienten als erwachsenen Menschen, der initiativ werden und seine Ressourcen aktivieren kann.

-- Paul Troendle

Gefühle sind

im Wesentlichen die bewusste Wahrnehmung der Veränderungen des Körperzustandes.

-- Paul Troendle

Der Druck ("pressure")

zielt auf einen Anstieg der komplexen Übertragungsgefühle, mobilisiert, intensiviert, kristallisiert die Widerstände in der Übertragung und mobilisiert die unbewusste therapeutische Allianz.
Druck beinhaltet alles, was dem Patient hilft sich weiter zu entwickeln.

-- Paul Troendle

Die Anamnese sollte nicht nur

die bewusst erinnerten Fakten, sondern auch die Erkenntnisse aus dem dynamischen Prozess und dem freigesetzten Unbewussten erfassen.